Wie alles anfing

Männer zitieren gerne Nick Hornby, wenn es um Fußball geht: Seinen Verein sucht man sich nicht aus, er wird einem gegeben.

Aha. Ich frage mich, von wem? Und stelle mir also vor, wie der Fußballgott dem V. feierlich „seinen“ 1. FC Nürnberg überreicht. Es ist eine kleine, feierliche Zeremonie, im Hintergrund spielt ein Streichquartett „Die Legende lebt“. Verstohlen wischt sich der V. eine Freudenträne aus dem Gesicht.

Und dann?

Tippt der Fußballgott mir auf die Schulter, deutet zum V. und sagt: Du da, du gehst zu dem!

So ungefähr war das. Seitdem leide ich mit bei Abstiegen, bin genervt bei Niederlagen und davon, dass ein Spielbeginn um 15.30 Uhr uns die ganze Samstagsplanung kaputt macht. Ich poche auf meine ironische Distanz, erwische mich dann aber doch bei dem Satz, dass „wir“ am Wochenende gewonnen haben. Ich kenne das Leid in der Zweiten Liga und den Glückstaumel eines Pokalsiegs. Ich weiß, wie Stadionbier schmeckt. Ich habe im Stadion schon sehr laut und völlig ohne ironische Distanz „Die Legende lebt“ gesungen. Leider bin ich im Stadion auch das Gegenteil eines Maskottchens und gehe nur noch ungern hin. Ich habe ein Kind, dass schon sehr laut „Wir sind der Club“ skandieren kann, und noch eines, das Nürnberg hoffentlich mal zur Meisterschaft schießt.

Ich schreibe ein Blog über meinen Mann, seinen Club und mich.

Ich bereue diese Liebe nicht.

(Der V. heißt im Blog schon immer der V.  Sein Name tut nichts zur Sache.)

Das Blog „Der Club und ich“ gibt es seit 2006, früher unter derclubundich.blogspot.com, jetzt hier.

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