Transfermarkt. Schlussverkauf.

Noch schnell ein paar neue Stürmer abgreifen? Billig Schuhe shoppen?

Ist doch das gleiche, wenn man es mal genau betrachtet.
Die Bundesligavereine stürzen sich auf die Wühltische des Transfermarktes, ich mich mit den Freundinnen T. und K. ins Einkaufszentrum. „Ich liebe dieses Wort“, jauchzt K. und zeigt auf die großen roten Buchstaben S A L E.
Im Schuhladen wechselt ein Paar Stiefel, um sagenhafte 30 Euro reduziert, zu meinem Verein, also in meinen Schuhschrank. Die sind so viel wert wie ein neuer Stürmer. Mindestens.
T. schnappt sich ungerührt die gleichen Stiefel, nur in einer anderen Farbe. Kein Problem, das ist, als würden wir uns die Altintop-Zwillinge teilen, da spielt ja auch einer bei Bayern und der andere auf Schalke.
K. muss den Laden sicherheitshalber verlassen, von ihrem Freund war ihr am Morgen noch eingeschärft worden: „Keine Schuhe, keine Taschen.“ Als würde Horst Heldt (Manager Stuttgart) zu Christian Gross (Trainer Stuttgart) sagen: „Keine Stürmer, keine Rechtsverteidiger.“ Sie versorgt sich dafür in einem Geschäft mit italienischem Hintergrund mit Oberteilen, macht der VfB Stuttgart ja auch nicht anders. Die holten den Linksverteidiger Cristian Molinaro von Juventus Turin.
Beim Cappucino streichle ich meine neuen Stürmer.
„Du hast doch schon lila Stiefel“, sagt K.
„Na und“, meint T.
„Ja, aber die passen nicht richtig. Da könnt ich mir nach zwei Stunden die Füße amputieren.“
K. überlegt kurz. „Welche Größe?“
„38.“
„Nehm ich.“
„Alles klar, ich bring sie dir nächste Woche mit.“
Ähnlich wird das bei Nürnberg und den Bayern gelaufen sein.
Bader (Manager Club): „Hm, wo krieg ich so schnell noch nen Innenverteidiger und nen Mittelfeldspieler her.“
Nerlinger (Manager Bayern): „Du, hier sitzen noch der Breno und der Ottl rum, die brauch ich grad eh nicht, die leih ich dir.“
Bader: „Echt?!“
Nerlinger: „Klar, die nimmste gleich mit ins Trainingslager, probierst die mal aus.“
Bader: „Vielleicht passen sie ja.“
Nerlinger: „Genau. Und dann kannst du sie nach der Rückrunde behalten.“
Bader: „Du, das ist so lieb. Danke.“
Manchmal muss man aber auch Spieler gehen lassen. Oder Trainer. Auch wenn sie wahnsinnig gut ausgesehen haben. Aber eben nicht passten.
Aber ich will Michael Oenning nicht mit einer zu eng gekauften Jeans in Größe 36 vergleichen. Die Jeans werd ich wohl umtauschen. Hat der Club mit Trainer Oenning ja schon gemacht. Ob ich mir statt der Jeans aber was Vernünftiges, Unauffälliges wie Dieter Hecking leiste, weiß ich nicht.
Der Schlussverkauf ist ja noch nicht vorbei.

2 Gedanken zu „Transfermarkt. Schlussverkauf.

  1. Nachdem aber Fußball (bei allen Bemühungen und lieb gemeintem Lob von offizieller Seite) dann doch ein Männersport ist: 3 oder 4 Paar Schuhe sind definitiv ausreichend. Und die dürfen dann auch gerne ein bisschen abgeranzt aussehen und brauchen keinen Luftpolster-StabilityControl-Schnickschnack. In diesem Sinne: Vergesst Ronaldo! Go STEVIE!!
    P.

  2. Die „Neueinkäufe“ vom Club hat mein bester Kumpel T. aus S. so kommentiert:

    „Der Breno sa einfach ein alter erfahrener Hase im Abstigskampf….“ …

    Hoffentlich geht das gut….

    Dein Texte sind aud jeden Fall nach wie vor

    SEHR SEHR GEIL liebe N. aus M.

    Gruß B. aus O.

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