Schlagwort-Archiv: V. macht sich Gedanken

Fußball-Highlights 2014 (1)

„V., was waren deine drei Fußball-Highlights 2014?“ Das ist doch eine einfache Frage.

Verständnisloser Blick. „Wie, Highlights?“ Er denkt nach. „Ne Hinrunde ohne Sieg, das war ein Highlight, haha!“

„Der Club hat doch in der  Hinrunde gewonnen!“

„Nicht in der Abstiegssaison!“

„Aber das war 2013!“

„Ach so. Egal!“

„Also nochmal: Was waren deine fußballerischen Highlights vom 1. Januar 2014 bis heute, Club, Nationalmannschaft und so weiter?“

„Der Club ist abgestiegen. Dann gibt es keine Highlights.“

„Jetzt stell dich nicht so an! Es war WM. Was waren deine Highlights.“

„Hm. Josip Drmic war ein Highlight. Aber den mussten sie ja nach Leverkusen verkaufen!“

„Geht doch. Weiter.“

„Hmpf. Gert-Jan Verbeek war natürlich auch ein Highlight.“

„Wär’s dir lieber, der wär noch Trainier?“

Langes Nachdenken.

„Hm… Das will ich so nicht sagen, nach allem was passiert ist. Aber mich nervt schon   wieder, dass er bei Bochum sagt „Die Gegner müssen Angst vor uns haben“ – vor Bochum! Aber wenn er das beim Club gesagt hätte, hätte ich das natürlich cool gefunden.“

„Das hat er doch beim Club gesagt.“

„Echt?!“

Hoffen wir, dass dem V. 2015 besser in Erinnerung bleibt.

V. über… Musik

U. möchte auch mal im Blog vorkommen, und ich werde hier eine Ausnahme machen und ihm den Gefallen tun, denn er hat uns diese Woche nämlich zu seinem Konzert eingeladen.

Wir ließen also das Topspiel Bayern gegen Bayer sausen und waren froh, dass der Club erst am folgenden Tag dran war, sonst hätten wir leider absagen müssen.
Also gingen wir ins Konzert. Man muss dazu wissen: U. spielt Bratsche, er hat das sogar studiert (kennt sich aber auch mit Fußball aus). Bei der Musik handelte es sich um so genannte „Neue Musik“. Es war recht abgefahren, nicht schlecht, aber wenig eingängig, es blieb irgendwie nichts hängen.
Hinterher diskutierten V. und ich, ob wir nun Banausen waren oder uns einfach zu wenig auskannten, um dieses Konzert wirklich zu würdigen.
V. fand, wir wissen zu wenig über Neue Musik, um sie wirklich beurteilen zu können oder sogar gut zu finden.
„Im Fußball ist das genauso. Wenn du wenig Ahnung hast, ärgerst du dich über ein torloses Unentschieden. Du bist gefrustet. Aber wenn du dich mit Taktik auskennst, wenn du weißt, was guter Fußball ist, dann findest du ein taktisch gutes, torloses Unentschieden total geil.“
Als ich sagte, er könne nicht immer alles mit Fußball erklären, war er etwas beleidigt.

Gedanken zum Derby

Morgen spielt der Club gegen Fürth. Zum 253. Mal seit 1902.

„Das ist die Mutter aller Derbys!“, sagt V.

„Aber ‚Derby‘ ist doch ein Neutrum, da kann es doch keine Mutter sein“, wage ich einzuwenden.

„Es ist aber so“, sagt V.

Was man jetzt bräuchte, wäre ein Sprachwissenschaftler.

„Michael Oenning und Benno Möhlmann kommen übrigens beide aus dem Münsterland und haben beide Germanistik studiert“, doziert V.

„Wer ist denn Benno Möhlmann?“, frage ich.

„Na, der Trainer von Fürth.“ Ach so.

V. weiter: „Und beide haben Germanistik studiert! Da hätte aus dir auch noch ein Fußballtrainer werden können!“

„Aber ich hab doch Germanistik nach einem Semester abgebrochen“, informiere ich ihn. Nicht ohne einen Schein in Sprachwissenschaft gemacht zu haben, um das hier der Vollständigkeit halber mal zu erwähnen.

„Egal“, sagt V. „Das hätte gereicht.“

Sicher ins Stadion

Nach dem Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen und vier Siegen in Folge war es dann soweit. Nach langer Zeit versagten bei V. einige wichtige aufstiegssichernde Gehirnwindungen den Dienst.

Der Rasen in Oberhausen war noch nass, da strahlte er mich an und sagte:

„Jetzt kannst du wirklich mal wieder mit ins Stadion!“

Nein. Kann ich nicht. Einen Trainer kann man bei Misserfolg feuern (siehe Holger Fach, Augsburg, vergangenes Wochenende bzw. Jürgen Klinsmann, München, bald) – aber mich? Droht die Scheidung, wenn ich dem Club den Aufstieg versaue? Da bleibe ich dem Stadion der leichten Kredite lieber fern.

Am Samstag erzählte ich T., Stürmerstar und Schwalbenkönig, von V.s Vorschlag mit dem Stadionbesuch. Er legte besorgt die Stürmerstirn in Falten.

„Er riskiert schon wieder zu viel“, sagte T. nur.