Schlagwort-Archiv: Fußball und Ehe

Kleines Glück.

Zur Verbesserung meines Autoschlafs haben wir ein neues Auto gekauft. Heute morgen war V. bei der Zulassungsstelle, um es anzumelden und das Nummernschild abzuholen.

Danach ruft er mich sofort an.
V: Ich muss dir sofort das Kennzeichen sagen! Das glaubst du nicht! M-FV!!! Wahnsinn!
Ich: Das ist großartig!
V: FV! Fußballverein!
Ich: Hab ich kapiert, ich bin ja nicht blöd.
V: Ist das nicht klasse? Nicht, dass du denkst, ich hätt dazu was beigetragen! Das war kein Wunschkennzeichen. Das haben die mir einfach so gegeben! FV!
Nie hatte je ein Volvo ein schöneres Kennzeichen. Einfach so.

Romantik.

In der Samstags-Seite-3-Reportage sagt Rosamunde Pilcher heute, dass Leidenschaft keine gute Basis für eine Ehe sei. Respekt und Pragmatismus – mit diesen Grundsätzen könne man gemeinsam alt werden und mit diesen Grundsätzen war Mrs Pilcher auch 62 Jahre verheiratet.

Nachdem ich diese Zeilen gelesen habe, lausche ich pragmatisch V.s Lesung aus dem heutigen Sportteil über die Jugendförderung des FC Bayern, warum dessen Talente jetzt alle woanders spielen und warum Misomovic unter 80 Kilo bleiben sollte.
„Ach“, seufze ich in einem Anfall von leidenschaftlichem Pragmatismus. „Ich freu mich schon drauf, mit dir alt zu werden.“
V. überlegt kurz.
„Oh ja“, sagt er. „Dann haben wir ein Haus und schauen den ganzen Tag englische Liga!“
Im Übrigen kann der Club morgen Zweiter werden. Also Daumendrücken.

Urlaub, Tag 2.

Mein Highlight: Abendessen auf einer Terrasse am Meer, Atlantikrauschen, Möwenkreischen, Sonnenuntergang. Pescado fresco, vino tinto, romantico.

V.s Highlight: Satelitenfernsehen im Ferienhaus, DSF auf Programmplatz 166. Die Begegnung Freiburg – Club ab Minute 52. Das 1:0 von Dario Vidosic.
Wir beide sind: entspannt.

Montagsspiel

Manchmal muss man sich entscheiden, zwischen Fußball und Frau. Aber das ist nicht schlimm. Warum?

Frau: (Kommt nach einem 12-Stunden-Tag verfroren und ausgehungert nach Hause, lässt sich schwer in den Sessel fallen und möchte gerade nach einer Wärmflasche und einer Fußmassage verlangen als…)
Mann (angespannter Blick in Richtung Fernseher): Essen ist in der Küche, kannst’s dir aufwärmen.
Frau (folgt seinem Blick): Ach so, 83. Minute. (schaut kurz weg, schaut wieder hin) 3 zu 0??? Für den Club???
Hinterher sagt Marek Mintal übrigens wieder, was er immer sagt: „Ist gut für Mannschaft, ist gut für Club.“ Wer will da noch Essen aufwärmen, wenn wir daheim gegen Kaiserslautern gewinnen.

Der Jahrestag

Händchen halten wir nicht. „Jetzt nicht“, sagt V. „Das ist gerade viel zu spannend.“

Romantisch ist es trotzdem. Es ist Montag und unser elfter Jahrestag und irgendwie schon schön, dass der 8. Dezember vor elf Jahren auch ein Montag war und für den Club ein Zweit-Liga-Spieltag. 
„Wie geht’s?“ frage ich in der 23. Spielminute. „Ein 2:0 ist noch nicht gut“, orakelt V. 
Beim 3.0 vergesse ich dann, mich zu freuen, weil ich’s erst nicht kapiere, beim 4:0 holt V. gerade das Nutella-Glas aus der Küche und kann sich nur über die Zeitlupe freuen.
Aber dann sind wir plötzlich sehr beseelt von diesem Jahrestag, über den Marek Mintal nur sagt: „Ist gut für Mannschaft, ist gut für Club.“ Jawoll. Und Blumen hab ich auch bekommen.