Exkurs3: Unser Torwart versucht, mitzuspielen

Die Wahrnehmung eines Fußballspiels ist Sache des Geschlechts, das hat das Freundschaftsspiel Deutschland – Georgien gestern eindeutig bewiesen. Wir sind zu viert, zwei Frauen (K. – mit V. verwandt – und ich) sowie V. und M. (der an dieser Stelle virtuos gegoogelte Kommentare zum besten gibt, auf die sich V. immer freut, weil er da was lernt, wie er sagt).
V. ist wie immer, trägt sein Deutschland-Trikot und maßregelt Thomas Hitzlsperger: „Jetzt versucht der auch noch brasilianisch zu spielen! Von hinten! So ein Scheiß!“

K. bemerkt zu recht, dass es ein Fußballspieler echt schwer hat, wenn V. nur mal beschlossen hat, ihn nicht zu mögen.

Wie Timo Hildebrandt. Den findet K. süß. V. findet ihn untalentiert. Ein Torwart, der eben nur versucht, mitzuspielen.

M., das geballte Fußballwissen, schweigt. Dabei hat er V. eine fünfjährige Karriere beim badischen FV Allemania Bruchhausen voraus.
M. schweigt auch zu Bastian Schweinsteiger, der immerhin ein phänomenales Tor macht. K. schwärmt für Schweini, denn „der ist nett“, Lehmann aber „ist Gott“. In der Halbzeitpause googeln wir Jens Lehmann und seufzen ein bisschen vor uns hin. V. und M. natürlich nicht. Die verfolgen das Spiel. K. bereichert es durch Kommentare, die nur ein Fußball-Laie abgeben kann und ich bin froh, dass ich heute damit nicht alleine bin.

Ballack humpelt.
K: Oh, warum humpelt der?
V: Ach, weil der Ballack immer humpelt!

Ballack spuckt.
K: Muss der immer spucken!
V: Fußballer spucken halt.

Ballack macht dann auch ein Tor, Poldi kriegt Rot, auch noch zu Recht und Hitzlsperger wird ausgewechselt. V. macht das Victory-Zeichen und Deutschland gewinnt 2:0.

Nur dumm, dass uns Vittek und Mintal am Mittwoch vom Platz putzen.

Ein Gedanke zu „Exkurs3: Unser Torwart versucht, mitzuspielen

  1. Zwei rote Karten gab es am Samstag im sogenannten Freundschaftsspiel gegen Georgien. Nun gut, eine rote und eine gelb-rote Karte. Aber wir wollen doch mal nicht päpstlicher sein als der Papst! Wobei Papst ein gutes Stichwort ist. Seit vergangenem Samstag sind wir nicht nur Papst, wir sind Gott. Zumindest Jens Lehmann. Der ist Gott. Sagt K.. Und die muss es wissen. Schließlich hat sie ihn bei Kerner gesehen und da sah er sah sooo gut aus. Und jetzt ist Lehmann eben Gott. Was der Papst dazu sagen würde, erstes Gebot und so: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“, das überlassen wir den Theologen. Also ist Lehmann jetzt erstmal Gott. Zumindest bis Mittwoch. Da kommen Vittek und Mintal und wollen Gott ans Leder. Naja, vielmehr wollen sie Gott das Leder ins Tor schießen. Aber Gott wird das verhindern. Denn Gott ist allmächtig. Also keine Chance für Vittek und Mintal. Gut für Gott und gut für Deutschland. Gott, nennen wir in ab sofort Lehmann, ist übrigens mit einer Grundschullehrerin verheiratet und hat drei Kinder. Lasse, Mats und Lieselotta. Eine herbe Enttäuschung für K. also. Aber seufzend vor dem Rechner sitzen und Lehmann-Bildchen anstarren darf man trotzdem. 😉 Alles in allem ein wunderschöner Fussballabend, auch wenn die Chips „nicht gut“ waren. Oh, das nennt man jetzt wohl klassisch nachgetreten oder wie man neudeutsch sagt: Den Poldi machen. Da gibt es nur eine Möglickeit. Rote Karte.

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