Kategorie-Archiv: 2. Liga

Relegation (2)

Schneeeell“, ruft V. „Fotoapparat her! Du musst den Videotext fotografieren!!!“ Klar, wird gemacht.

Dann muss V. Glückwunsch-Telefonate entgegen nehmen.

Relegations-Rausch. 3:0 in Cottbus, Aufstieg so gut wie sicher („ohohoh, jetzt steht’s im Blog“, oraktelt V.), V. total aufgedreht.

Mehr gibt es nicht zu sagen.

Relegation (1)

Aus gegebenem Anlass: Bitte Daumen drücken, in 45 Minuten wird angepfiffen.

Aber vorher noch die Ergebnisse der Clubundich-Umfrage:
„Ja, der Club steigt auf“, sagten 45 Prozent.
„Das geht in die Relegation“, prophezeiten ebenfalls 45 Prozent.
„Nein, die verbocken das“, erdreisteten sich neun Prozent zu behaupten, was bei 11 Teilnehmern genau eine Person war, die jetzt froh sein kann, dass es eine anonyme Abstimmung war. Denn natürlich hat V. gefragt, ob man nicht doch herausfinden könnte, wer und wie und na ja… 
Wer Recht behält, erfahren wir am Sonntag. Bis dahin bitte Daumen drücken!!!

Gedanken zum Derby

Morgen spielt der Club gegen Fürth. Zum 253. Mal seit 1902.

„Das ist die Mutter aller Derbys!“, sagt V.

„Aber ‚Derby‘ ist doch ein Neutrum, da kann es doch keine Mutter sein“, wage ich einzuwenden.

„Es ist aber so“, sagt V.

Was man jetzt bräuchte, wäre ein Sprachwissenschaftler.

„Michael Oenning und Benno Möhlmann kommen übrigens beide aus dem Münsterland und haben beide Germanistik studiert“, doziert V.

„Wer ist denn Benno Möhlmann?“, frage ich.

„Na, der Trainer von Fürth.“ Ach so.

V. weiter: „Und beide haben Germanistik studiert! Da hätte aus dir auch noch ein Fußballtrainer werden können!“

„Aber ich hab doch Germanistik nach einem Semester abgebrochen“, informiere ich ihn. Nicht ohne einen Schein in Sprachwissenschaft gemacht zu haben, um das hier der Vollständigkeit halber mal zu erwähnen.

„Egal“, sagt V. „Das hätte gereicht.“

Romantik.

In der Samstags-Seite-3-Reportage sagt Rosamunde Pilcher heute, dass Leidenschaft keine gute Basis für eine Ehe sei. Respekt und Pragmatismus – mit diesen Grundsätzen könne man gemeinsam alt werden und mit diesen Grundsätzen war Mrs Pilcher auch 62 Jahre verheiratet.

Nachdem ich diese Zeilen gelesen habe, lausche ich pragmatisch V.s Lesung aus dem heutigen Sportteil über die Jugendförderung des FC Bayern, warum dessen Talente jetzt alle woanders spielen und warum Misomovic unter 80 Kilo bleiben sollte.
„Ach“, seufze ich in einem Anfall von leidenschaftlichem Pragmatismus. „Ich freu mich schon drauf, mit dir alt zu werden.“
V. überlegt kurz.
„Oh ja“, sagt er. „Dann haben wir ein Haus und schauen den ganzen Tag englische Liga!“
Im Übrigen kann der Club morgen Zweiter werden. Also Daumendrücken.

Sicher ins Stadion

Nach dem Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen und vier Siegen in Folge war es dann soweit. Nach langer Zeit versagten bei V. einige wichtige aufstiegssichernde Gehirnwindungen den Dienst.

Der Rasen in Oberhausen war noch nass, da strahlte er mich an und sagte:

„Jetzt kannst du wirklich mal wieder mit ins Stadion!“

Nein. Kann ich nicht. Einen Trainer kann man bei Misserfolg feuern (siehe Holger Fach, Augsburg, vergangenes Wochenende bzw. Jürgen Klinsmann, München, bald) – aber mich? Droht die Scheidung, wenn ich dem Club den Aufstieg versaue? Da bleibe ich dem Stadion der leichten Kredite lieber fern.

Am Samstag erzählte ich T., Stürmerstar und Schwalbenkönig, von V.s Vorschlag mit dem Stadionbesuch. Er legte besorgt die Stürmerstirn in Falten.

„Er riskiert schon wieder zu viel“, sagte T. nur.