3 Jahre Club, ich und V.

Heute vor drei Jahren hat dieses Blog pünktlich zur Saison 2006/2007 begonnen. Damals hätte ich nicht geglaubt, dass es nach drei Jahren noch immer etwas über den Club, mich und V. zu erzählen gibt. Aber ich hätte auch nicht gedacht, dass der Club Pokalsieger wird. Oder gleich wieder absteigt. Obwohl – das wahrscheinlich schon.

Vor drei Jahren hat mich V.s Leidenschaft für den Club halb amüsiert, halb genervt. Ersteres überwog aber, deshalb habe ich begonnen, darüber zu schreiben. Um damit wiederum letzteres zu kompensieren. Welche Entwicklung das alles in Gang setzte, konnte ich wirklich nicht ahnen. Hätte mir im Sommer 2006 jemand erzählt, dass ich mal „Die Legende lebt“  unfallfrei und mit echtem Pathos mitsingen würde, ich wäre wohl handgreiflich geworden.
Heute kann ich nur sagen: Das hat dieses Blog aus mir gemacht. Eine Frau, die mit Club-Schal im Stadion steht, über die Aufstellung des aktuellen Spieltages diskutieren kann, die mit Interesse die Sportschau verfolgt, die 20 Euro beim Fußballtipp gewinnt. Und ohne dass ich es bewusst wahrgenommen habe, hat sich eine kleine sprachliche Eigenheit in mein Hirn geschlichen, die vor drei Jahren sicher noch nicht da war und mit der im August 2006 dieses Blog begann.
Ich stelle mit Erschrecken fest: Ich sage „wir“ und meine den Club. Habe ich mich vor drei Jahren noch ironisch-distanziert darüber amüsiert, dass „wir“ eingekauft, gestritten, aber auch drei-null gegen Stuttgart gewonnen haben, sage ich heute ganz selbstverständlich Sätze wie „Haben wir den Charisteas wieder aus Leverkusen geholt?“ oder „Meinst du, wir gewinnen morgen gegen Frankfurt?“
Wohin diese Entwicklung noch führen wird, mag ich mir nicht ausmalen. Sie wird an einem eigenen Trikot nicht vorbei kommen, hoffentlich aber an der Easy-Credit-Fanbank.
Zur Feier des Tages: Was Ihr schon immer über dieses Blog wissen wolltet
Seit wann seid Ihr zusammen?

Seit der 1. FC Nürnberg 1:0 gegen die Stuttgarter Kickers gewann, in der Saison 1997/98. Es war ein Montagsspiel in der zweiten Liga.
 
Verliert der Club wirklich immer, wenn du im Stadion bist?
Nein, einmal hat es für ein Unentschieden gereicht, gegen Sechzig, im Dezember 2008. Abgesehen davon bin ich kein Glücksbringer, schon bei meinem ersten Stadionbesuch 1991 verlor der Club gegen Bayern. V. sagt aber, ich muss einfach öfter mit, um den Fluch zu brechen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Druck aushalten kann.
 
Warum ist V. Club-Fan?
Keine Ahnung. Oder um es mit Nick Hornby zu sagen: Den Verein sucht man sich ja nicht aus, der wird einem gegeben. Ich möchte dem hinzufügen: Als Freundin/Frau eines Fans wird es dir stattdessen zugewiesen. Ich stelle mir das so vor: Erst überreichte der Fußballgott feierlich V. den 1. FC Nürnberg. Dann drehte er sich um, winkte mich heran, deutete auf V. und sagte: Du da, du gehst zu dem.
 
Hat V. eigentlich selber mal gespielt?
Ja. Für sehr, sehr kurze Zeit. Hätten ihn nicht widrige Umstände gehindert, wäre er jetzt ein Ausnahme-Spieler und ich eine Ausnahme-Spielerfrau. Er versucht, freizeitmäßig zu kicken, leider mit mäßigem Erfolg.
 
Habt Ihr immer noch das gerahmte Hans-Meyer-Autogramm auf dem DVD-Player stehen?
Nein, das hab ich weggeräumt. Aber falls mir jemand ein Oenning-Autogramm besorgen kann, hol ich den Rahmen vielleicht wieder raus.
 
Ist V. auch schon immer Liverpool-Fan?
Mhm. Nein.
 
Warum ist er denn Liverpool-Fan?
Nun ja, wenn der eigene Verein kaum Möglichkeiten hat international zu spielen, muss man sich Alternativen suchen. Die findet man dann im Ausland, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Club mal gegen Liverpool spielen muss, ist ziemlich gering. Außerdem findet V. alles Englische cool, war vom Champions-League-Finale in Istanbul 2005 begeistert – nun ja, dann kam eins zum anderen.
 
Schlaft Ihr in FCN-Bettwäsche?
Nein. Es gibt Grenzen.

Ein Gedanke zu „3 Jahre Club, ich und V.

  1. So, liebe Nadja, jetzt ist Premiere und ich schreibe zum ersten mal in einem Blog. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen so etwas niemals zu tun. Aber weil ich dich so gerne habe, mache ich es. Man, bin ich froh, dass es dich gibt, dass wir zusammen arbeiten, zusammen feiern und natürlich zusammen tippen. Sollte Nürnberg gut spielen dieses Jahr, haben wir ja gute Chancen, im Verlag die Tipprunde zu gewinnen. Zu deinem 3-jährigen Bloggertum, Bloggerismus oder wie auch immer man das nennt, gratuliere ich Dir gaaaanz herzlich. Fan vom Club warst du doch im Herzen schon immer, oder? Sonst hätte dich V. doch gar nicht zur Frau genommen. Ich freue mich auf das Wochenende mit Euch. T.

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