Archiv für den Monat: November 2009

12. Spieltag. Mainz.

Heute ignorieren wir: Die Niederlage gegen Mainz. Insgesamt drei nicht gezählte, aber rechtmäßige Tore in den vergangenen Wochen. Die Aufregung um Philipp Lahm. 
T.s Aufforderung an V., sich endlich seiner Bestimmung in der Zweiten Mannschaft der SG Gabolshausen-Untereßfeld zu besinnen. Da arbeiten wir noch dran.
Stattdessen: Knallen wir uns vor die Glotze.

In unserer Montags-Lieblingssendung „Blickpunkt Sport“ (im Bayerischen Fernsehen und hier) erzählte unser Lieblings-Torwart Raphael Schäfer gestern, wie gern er in Nürnberg lebt. Seine Frau findet’s großartig, die beiden Töchter auch, Schäfer selbst, gebürtiger Niedersachse, erst recht – auch wenn’s manchmal mit der Sprache hapert (aber wegen mir muss nicht jeder Niedersachse fließend Fränkisch sprechen). 

Und während Schäfer da so saß und trotz Relegationsplatz so viel Freude und Harmonie ausstrahlte, dass wir auch unweigerlich grinsen mussten – 

sagte V.: Wir könnten ja in Nürnberg wohnen.
Das ist sein größter Traum: Wir beide in Nürnberg, ich als Chefredakteurin einer wöchentlichen Fußballzeitung, V. selbst als Ballentwickler (sowas gibt’s!) bei einem großen Sportartikelhersteller. Und: Dauerkartenbesitzer.
Ich (stelle mich blöd): Warum? Wir arbeiten doch in München. Wohnen wir auch logischerweise hier.
V. (verträumt): Schon. Aber wir könnten auch in Nürnberg wohnen.
Ich (will es einfach nicht kapieren): Aha.
V. (fast selig): Und eine Dauerkarte haben.
Ich (brauche keine Dauerkarte): So. Und dann?
V. (Augen nun geschlossen, die Dauerkarte innerlich beschwörend): Und dann einfach mal so ins Stadion trippeln.
Er hat wirklich „trippeln“ gesagt, ich schwöre es.

11. Spieltag. Bremen.

Der 11. Spieltag war für mich ein fast fußballfreier Tag, zumindest bis zum Abend.

Keine Zeitung, kein Sportteil, keine Live-Übertragung im Stadion und vor allem – kein V.
Ab und zu braucht man ja ein bisschen Urlaub voneinander.
Das Fußball-Club-V-Defizit habe ich am Abend gleich wieder reingeholt. Und zum ersten Mal fremden Menschen vom Club, vom V. und von mir vorgelesen.
Sie haben sehr gelacht – darauf war V. ungefähr so stolz wie auf DFB-Pokalgewinn und Aufstieg zusammen, bemerkte aber, nicht ganz uneitel und ein bisschen Uli-Hoeness-haft, dass ihn das gar nicht wundere.
Bevor ihm das alles zu Kopf steigen konnte, trennte sich der Club von Werder Bremen mit einem Unentschieden, wie es nur die Nürnberger zustande bekommen: Ewig 2:0 führen und dann in allerletzter Sekunde noch den Ausgleich kriegen.
V. ist auf dem Boden der Tatsachen zurück.