Archiv für den Monat: Oktober 2009

9./10. Spieltag. Berlin. Hoffenheim.

Da die Zeit fürs Bloggen in letzter Zeit knapp bemessen war, die Spiele der vergangene beiden Spieltage in der Kurzzusammenfassung:

Es wurden insgesamt sechs Tore erzielt.

Drei gegen Berlin.

(Dazu A.: V., du bist ja heute so entspannt. Spielt der Club erst morgen?)

Drei gegen Nürnberg.

Vorläufiges Endergebnis: Tabellenplatz 17.

Momentane Stimmung: Gefasst.

V. hat außerdem seine Ankündigung wahr gemacht und hat an der Jahreshauptversammlung des 1. FC Nürnberg teilgenommen. Nicht ganz unwitziger Seitenaspekt des Ganzen: Wäre er nur einen Tag später Mitglied geworden, hätte er nicht hin gedurft. War das Hochzeitsdatum also richtig gewählt.

Ich glaube nicht, dass er extra nach Nürnberg fährt, bis er mich an jenem Dienstagabend um halb sechs anruft und nur sagt: „Ich steh hier neben Mintal!“

Es stellt sich heraus, dass Marek Mintal einige wenige Meter weiter weg mit anderen Spielern eine Sitzgruppe belagert. V. weigert sich strikt, hin zu gehen und nach einem Autogramm zu fragen. Echauffiert sich über einen Fan, der weniger Hemmungen hat und Mintal fragt, warum es in letzter Zeit nicht so läuft für den Club. Weigert sich außerdem, mit Michael Oenning einen Stehtisch zu teilen und nach einem Autogramm für mich zu fragen. Wär ich doch mitgefahren.

In den darauffolgenden Stunden ruft er mich weitere vier Mal an um zu sagen, dass
– Günther Koch einen Antrag gestellt hat („Günther Koch!!!“)
– Michael Oenning eine tolle Rede gehalten hat
– Ulrich Maly, der Nürnberger Bürgermeister, eine tolle Rede gehalten hat, und
– dass er jetzt nach Hause fährt, obwohl die Versammlung noch dauert.

Um eins war er dann wieder da. Ohne Autogramme. Das üben wir nächstes Jahr noch mal.

8. Spieltag. Leverkusen.

Manchmal ist das Leben gemein und hält nicht die richtige Reihenfolge ein. Bei V. war das am Wochenende so.

Die richtige Reihenfolge wäre gewesen:
Das Spiel Nürnberg-Leverkusen hören/sehen, sich grämen, ärgern, aufregen, eine Nacht drüber schlafen, sich noch mal grämen, ärgern, aufregen, dann aber 12 Stunden lang auf der Wiesn den Frust vergessen, am nächsten Tag den Kater aus- und den Frust verschlafen und gut is.
Leider war es aber so:
V. verbringt am Freitag 12 Stunden auf der Wiesn, ist am Samstag entsprechend indisponiert und bleibt bis Nachmittags im Bett/auf dem Sofa. Erwacht wie von Geisterhand geweckt kurz vor halb vier, rafft sich auf, schleppt sich zum Radio, da fällt schon das 1:0 für Leverkusen. Er isst ein Wurstbrot gegen die Übelkeit und die Kopfschmerzen, aber dann fallen noch drei Tore auf der falschen Seite, da wird ihm fast schon wieder schlecht. Dann grämt und ärgert er sich und regt sich auf, auch als ich am Sonntagabend zurückkomme, um ihn zu erlösen.
Nein, wirklich kein ideales Wochenende.
Dafür hat V. sein ideales Wiesn-Outfit gefunden, nämlich sein neues Club-Jäckchen, sozusagen fränkische Tracht. Damit muss er der Star gewesen sein, wildfremde Menschen hätten ihn mit „Wir sind der Club“ begrüßt, manche ihn sogar umarmt. Und Drei im Weggla hat er auch gegessen.
Wenn das kein Trost ist.