Archiv für den Monat: November 2006

13. Spieltag: Danke, Club

Na bitte, es geht doch. Und danke übrigens an alle Club-Spieler, die sich vergangenen Samstag ins Zeug gelegt haben. Nach dem 3:2-Sieg gegen Leverkusen hat sich V. nun doch entschlossen, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Nicht vorzustellen, wie diese Entscheidung bei einem Unentschieden ausgefallen werden. Den Sieg hat er mit einem erfolgstrunkenen „Ich werd narrisch“ kommentiert.

Wenn der Club so weiter macht, wird sich das negativ V.s Wohlergehen auswirken. Was haben sie ihn wieder hingehalten, erst in der 88. Minute das 3:2. Aber man muss ja auch mal loben, unter normalen Umständen (zum Beispiel eine Woche zuvor), wäre das ein 3:2 für Leverkusen gewesen.

Glück oder Taktik? Oder wollte Stefan Kießling seinen alten Verein gewinnen lassen?

12. Spieltag: Angekommen in der Gegenwart

Aachen. Ich habe von Fußball nicht viel Ahnung, das ist bekannt. Aber sogar ich habe kapiert, dass das mit Aachen eigentlich nicht so schwer hätte sein sollen. Aufsteiger, pah! Die putzen wir weg. War natürlich nicht so.

Und noch einmal möchte ich betonen, dass ich mit all meinem Fußballverstand schon vor Wochen beim ersten Unentschieden davor gewarnt habe, dass der Club in die alten Muster zurück fällt. Bis zum Schluss führen, gut spielen, in der 90. Minute noch ein Tor kassieren und unentschieden nach Hause fahren.

Natürlich war es gestern wieder so. Ich verkünde V. das Ergebnis per SMS und er meldet sich sofort von der anderen Seite des Atlantiks. Fegt wie Rumpelstilzchen durch sein Hotelzimmer und ereifert sich über den Tabellenplatz: 12.

Werter Leser, für mich ist nun alles wieder wie früher. V., der Club und ich sind angekommen in der Gegenwart, in der Realität. Und die ist nicht viel anders als vor einem Jahr oder in der vorletzten Saison. Der Club spielt gut, aber er gewinnt nicht und V. leidet. Das sind echte Fans, daran erkennt man, dass er einer IST.

Bremen hat übrigens verloren. Aber meine Leidenschaft war ja sowieso schon ein bisschen abgekühlt.

11. Spieltag: Englische Wochen

Menschen wie V. lieben eigentlich die englischen Wochen. Jeden Tag wird irgendwo Fußball gespielt, ein Fest für jeden Fan. Ich dagegen komme kaum noch mit. Welcher Spieltag? Gegen wen? Aber wir hatten doch erst gestern…?

Auch aus der Ferne, wo V. aus Frust und Trotz lieber amerikanische Wochen feiert, wird er mir meine neue Bremen-Gefolgschaft wohl kaum verzeihen.

Aber nachdem ich Tim Wiese gesehen habe, bin ich auch nicht mehr so überzeugt.

10. Spieltag: Zurück in die Realität

Tja, wäre F. mal Hertha-Fan gewesen, hätte er sich an diesem Spieltag gefreut. Für alle Traumtänzer, die es noch nicht gemerkt hatten und selig Videotext-Tabellen fotografierten, offenbarte dieses Wochenende die harte, kalte Wahrheit: Das Sommermärchen ist vorbei. Der erste Herbststurm pfeift durch Deutschland, der Strom fällt aus und der Club verliert in Berlin 2:1. V. ist erst konsterniert und dann so wütend, dass er Deutschland sofort verlässt.

9. Spieltag: Nicht werden, sondern sein


Ein wichtiges Detail unterscheidet mich von Menschen wie V. und anderen, zum Beispiel F., von dem gleich noch die Rede sein wird. Ich BIN kein Fußballfan und ich werde nie einer SEIN.

Denn: Fußballfan WIRD man nicht, man IST es. Fan einer Mannschaft zu sein, sei es Nürnberg (siehe V.) oder Dortmund (siehe T. oder auch F.) ist eine Nummer, aus der man nie wieder raus kommt. Man kündigt nicht die Gefolgschaft, weil die Mannschaft plötzlich Regionalliga spielt. Man findet nicht plötzlich Bremen gut, weil da Frings und Borowski spielen, die man (ich) auch nur kennt, weil man die WM verfolgt hat und „Deutschland – ein Sommermärchen“ gesehen hat.

Vor diesem Hintergrund ist F.s Reaktion auf meine Werbemaßnahmen für diesen Blog („Für Club-Fans und alle, die es werden wollen“) nur verständlich.

F. (per E-Mail): Geht’s?
(F. ist oft sehr minimalistisch in seinen Kommentaren.)

Ich: Oh sorry, hatte vergessen, dass du Hertha-Fan bist.
(F. wohnt in Berlin und ich erinnerte mich dunkel, dass er mal was von „Hertha“, „Stadion“ und „Samstag“ gebrummelt hatte.)

F.: Geht’s noch?

Ich: Äh…?

Woraufhin mir F. kommentarlos obiges Bild schickte.

So viel zum Unterschied zwischen richtigen Fans und …

… mir.

Club und Dortmund trennten sich 1:1.